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Reglind Saga Drucken E-Mail
Geschrieben von Evelyn Maurer   
Mittwoch, 20. September 2006

 


Foto: Marco Matznohr (www.wolfsruf.de )

Tebbe reiste als Händler edeler Stoffe durch das Land. Nach dem Tode seiner geliebten Frau, die in der Feuersbrunst starb, die sein Haus und Hof vernichtete, begleitete ihn nun seine Tochter Reglind auf seinen Reisen. Reglind war zierlich, von elfenhafter Statur, schön wie eine Walküre mit wehendem blonden Haar, und von starkem Willen.

Tebbe und Reglind waren eingekehrt in ein Dorf um auf dem Markte ihre Stoffe darzubieten. Ein Krieger in elegantem Gewand mit kräftiger Figur sah sich ihr Angebot an. Sein Interesse galt jedoch mehr der elfenhaften Reglind, die dasaß und das Tuch faltete. Ihr schlanker Körper war gehüllt in ein rotes Gewand, welches mit violetter Borde verziert ward. Reglind lächelte dem Fremden zu, während Tebbe mit dem Krieger verhandelte. Dieser sah immer wieder zu Reglind. Tebbe bemerkte diese Art der Blicke, sagte jedoch nichts. Der Krieger stellte sich als Thindrik vor und er zahlte einen verhältnismäßig hohen Preis für den ausgewählten Stoff. Tebbe wunderte dies, seine Tochter hatte die Phantasie des Kriegers wohl arg beflügelt.

Am nächsten Tage stand Thindrik wieder bei Tebbe und Reglind. Tebbe erkundigte sich nach seinem Wunsche, ob die Stoffe nicht zu seiner Zufriedenheit waren. Thindrik schüttelte den Kopf und äußerte den Wunsch mit Reglind einen Spaziergang machen zu dürfen. Tebbe sah skeptisch an. Als er jedoch die strahlenden Augen seiner Tochter sah, willigte er ein.

So führte Thindrik die walkürenhafte Reglind durch das Dorf und später in den Hain. Er erzählte ihr von großen Schlachten in denen er stehts den Feind besiegt hatte. Nach Stunden des Zusammenseins fragte Thindrik Reglind ob sie ihn zum Mann haben wolle. Freudig willigte sie ein.

Zu ihrem Vater Tebbe eilend lief sie geschwind zum Markte zurück. Sie erzählte mit leuchtenden Augen von Thindrik. Tebbe war bei dem Gedanken nicht wohl seine Tochter zu verlieren. Reglind aber schwärmte von Thindrik, dem edelen Krieger, von seinem Haus und Hof, das sie von nun an zu verwalten hatte, wenn er in die Schlacht zog. Sie sprach von Dienerinnen, die ihr die schmutzigen Arbeiten abnehmen würden, von wertvollem Schmuck mit dem er sie beschenken würde und kostbaren Kleidern in die er sie hüllen würde. Tebbe traute dem Krieger nicht. Er war jedoch eine gute Partie für die einfache Tochter eines Händlers wie ihm. So willigte Tebbe in die Verbindung ein.

Wenige Tage später verabschiedete sich Tebbe von seiner geliebten Tochter. Er hatte in der Ferne Ware in Empfang zu nehmen. So konnte er den Feierlichkeiten leider nicht beiwohnen.

In einem kleinen Nebenraum des Hauses halfen ihr zwei Dienerinnen sie für das Fest zurecht zu machen. Reglind hatte sich zur Hochzeit  ein prächtiges buntes Gewand bereit gelegt. Die Dienerinnen meinten aber dies seie nicht geeignet. Thindrik würde sei gerne in einem üngefärbtem Gewand sehen. Nunja, wenn er es so mochtee, dann trug sie eben dieses schmucklose Leinengewand.

Der Dorfälteste vollzog den heiligen Bund der Ehe und viele Leute standen um Reglind und Thindrik umher. Neben Thindrik stand eine große stämmige Frau in schönem Gewand. Erst als der Dorfälteste es aussprach, begriff Reglind; sie wurde die zweite Frau Thindriks. Die erste Frau war Astrid, die stämmige neben ihm. Für Reglind stürzte die Welt ein, jetzt verstand sie warum sie nicht ihr auserwähltes Gewand tragen durfte. Als zweite Frau hatte sie den Stand einer Sklavin, denen es nur erlaubt war ungefärbtes leinen zu tragen. Kein Schmuck, keine Macht, kein hohes Ansehen. Reglind wollte schreien. Wegrennen. Doch wohin? Hier waren nur Fremde. Ihr Vater war weit weg. Und jetzt war sie verheiratet. Thindrik hatte sie belogen!“ Wie naiv war sie doch gewesen, scholt sie sich.

Im nächsten Winter hatte sich Reglind widerwillig an den Alltag gewöhnt. Sie tat, was Astrid ihr auftrug. Sie schrubbte den Kessel, molk die Kühe, spinnte die Schafswolle zu Garn, die Astrid verwebte. Reglind hatte als zweite Frau am Hofe nichts zu sagen und kaum Rechte. Um so mehr genoß sie es, dass sie es war, mit der Thindrik Nacht für Nacht das Lager  teilte. Astrid holte er nur einmal im Monat zu sich.

Wenige Sommer später bemerktem Reglind, dass in ihr ein Kind heran wuchs. Auch Astrid gebar ein Kind, einen Sohn. Damit war auch Reglinds letzte Hoffnung dahin Thindrik als einzige einen Erben zu schenken. Sie gebar kurze Zeit später ein Mädchen.  Es war nun ihre Aufgabe sich um die Kindeserziehung zu kümmern.

Eines Tages zog Thindrik in den Krieg. Astrid verwaltete den Hof, Reglind kümmerte sich um die mittlerweile 5 Kinder. Sie hatte dadurch in der Gesellschaft eine gut angesehene Stellung. Langsam fügte sich Reglind in ihr Schicksal. Im Laufe der langen Zeit, in der Thindrik fort war, schloß sie sogar Freundschaft mit Astrid. Von ihrem Vater Tebbe hörte sie nichts mehr.

Manchmal jedoch, wenn alle schliefen, zog es Reglind in den Hain. Dann dachte sie an die vielen Tage mit ihrem Vater auf Reisen und sehnte sich nach der Zeit in Freiheit zurück.

 
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