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Wenn auf dem See dichter Nebel schwebt, Und ein Reiher im Wind seine Schwingen hebt, Mein Schatz noch im Schlafsack schlummert, Und der Frosch vor Kälte starr am Ufer lungert, Wenn der Duft von taufrischem Gras mich verzücke, Dann hält mich nichts mehr in der Nylonhütte!
Mit einem Satz bin ich rausgesprungen aus dem Zelt, Ich genieße die Ruhe, die Stille; kein Postbote, der schellt, Da sehe ich unter Tannen einen Elch, der röhrt, - nur daß ihn außer mir niemand sieht oder hört... Am anderen Ufer in der Ferne kann ich die Rentierherde weiden sehen, Beim 2ten Blick sind es nur Schafe, die im Nebeldunst den Rasen mähen.
Als mir der Einstieg ins Paddelboot endlich gelungen ist, Haben sich meine Entenfreunde doch glatt verpißt! So paddele ich fleißig um die Wette mit dem stolzen Schwan, Da kommt auch schon träge surrend der erste Mückenschwarm, Ich kann diesen schlaftrunkenen Biestern gerade noch entfliehen, Lehne mich zurück und schaue wie über mir die Wolken ziehen.
Haben mich soeben meine Augen betrogen? Oder kam dort gerade ein Seeadler geflogen? Wie von Geisterhand in die Tiefe gesogen, blitzschnell einen Fisch aus dem Wasser gezogen, mit diesem in den Fängen wieder davongeflogen. Meine Phantasie hat mir da wohl was vorgelogen!
Daunenschlafsack, dicke Isomatte, Boot, immer alles dabei, Nein, nicht von meiner Campingausrüstung ist die Sabbellei, Von meinen Freunden, den Enten, diese bewundernswerten Tiere. Ich hingegen liege so manche Nacht im Schlafsack und friere! Sie sitzen hier ohne jeden Streß, stecken einfach den Kopf ins Gefieder, Während ich mich oft über Alltagsdinge ärgere, die mir zu wider.
Nach der kleinen Bootstour gehe ich rüber zu den vielen Bäumen Und ergieße mich in Vergangenheit, Phantasie und Träumen. Hopsend, lächelnd, springend, gut gelaunt, tanze ich durch den Wald, Könnten die grünen Riesen doch nur reden, sie sind Jahrhunderte alt, Ich stelle mir so vor, das Leben der Germanen war bestimmt hart. Da grüßt mich auf einer Lichtung doch tatsächlich ein Baumwart.
Vor 2000 Jahren wuschen hier Frauen wollene Umhänge im Fluß, Kluge Männer im Umgang mit Metall erfanden den eisernen Guß, in den Häusern verweilte das Vieh direkt neben dem Familienleben, In langen Nächten sah man Männer die Met gefüllten Hörner erheben, Sie erzählten abenteuerliche Geschichten, sie haben gesungen und gelacht, Am Feuer saßen sie beisammen, in Felle gehüllt, bis tief in die Nacht.
Irgendwann kehre ich in die Wirklichkeit und zum Lagerplatz zurück, Mein Liebster hat den Rolltisch schon gedeckt für unser Frühstück. Viel Zucker in den heißen Tee und aufs Dosenbrot kommt Pemmikan, Danach noch eine Schnitte mit Nutella fingerdick, so fängt der Tag gut an. Mit Schatzi das zu erleben, hier zu sein im "Haus am See" Man könnte meinen, so viel Glück täte echt schon weh!
Schatzi, mein Landrover, Zelt, Schlafsack und Boot, Wind um die Nase, unberührte Natur im Morgenrot Ich scheiß' auf Champus, Millionen und Juwelen, Nichts schön'res kann's für mich im Leben geben!
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